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Kurd Laßwitz: Auf zwei Planeten

Inhalt

1 - Am Nordpol

2 - Das Geheimnis des Pols

3 - Die Bewohner des Mars

4 - Der Sturz des Ballons

5 - Auf der künstlichen Insel

6 - In der Pflege der Fee

7 - Neue Rätsel

8 - Die Herren des Weltraums

9 - Die Gäste der Marsbewohner

10 - La und Saltner

11 - Martier und Menschen

12 - Die Raumschiffer

13 - Das Abenteuer am Südpol

14 - Zwischen Erde und Mars

15 - 6.356 Kilometer über dem Nordpol

16 - Die Aussicht nach der Heimat

17 - Pläne und Sorgen

18 - Die Botschaft der Marsstaaten

19 - Die Freiheit des Willens

20 - Das neue Luftschiff

21 - Der Sohn des Martiers

22 - Schnelle Fahrt

23 - Ismas Entschluß

24 - Die Lichtdepesche

25 - Engländer und Martier

26 - Der Kampf mit dem Luftschiff

27 - Auf dem Mars

[Abs. 1] [Abs. 2] [Abs. 3]

28 - Sehenswürdigkeiten des Mars

29 - Das heimliche Frühstück

30 - Das Erdmuseum

31 - Mars-Politiker

32 - Ideale

33 - Fünfhundert Milliarden Steuern

34 - Das Retrospektiv

35 - Die Rente des Mars

36 - Saltners Reise

37 - Die Wüste Gol

38 - Gefährlicher Ruheplatz

39 - Die Martier sind auf der Erde!

40 - Ismas Leiden

[Abs. 1] [Abs. 2]

41 - Die Schlacht bei Portsmouth

42 - Das Protektorat über die Erde

43 - Die Besiegten

44 - Torms Flucht

45 - Des Unglück des Vaterlands

[Abs. 1] [Abs. 2]

46 - Der Kultor der Deutschen

47 - Isma

48 - Der Instruktor von Bozen

49 - Die Flucht in die Berge

50 - Die Luft-Yacht

51 - Martierinnen in Berlin

[Abs. 1] [Abs. 2]

52 - Im Erdgewitter

53 - Schwankungen

54 - Auf der Sternwarte

55 - In höchster Not

56 - Selbsthilfe

[Abs. 1] [Abs. 2]

57 - Das Spiel verloren

[Abs. 1] [Abs. 2]

58 - Lösung

[Abs. 1] [Abs. 2]

59 - Die Befreiung der Erde

[Abs. 1] [Abs. 2]

60 - Weltfrieden

17 - Pläne und Sorgen

Als Saltner am folgenden Morgen in Grunthes Zimmer trat, fand er diesen bereits eifrig mit Schreiben beschäftigt.

»Schon so fleißig?« fragte Saltner. »Sie haben wohl noch nicht einmal gefrühstückt?«

»Nein«, sagte Grunthe, »ich warte auf Sie. Ich habe nicht schlafen können und unsere Lage nach allen Seiten hin erwogen. Wir haben Wichtiges zu besprechen.«

Beide pflegten, ohne sich um die martische Sitte des Allein- speisens zu bekümmern, ihre Mahlzeiten gemeinschaftlich in ihren Privatzimmern einzunehmen. Hier bot sich ihnen fast die einzige Gelegenheit, sich völlig ungestört auszusprechen.

»Nun«, sagte Saltner, nachdem sie sich aus den Automaten die Teller und Becher gefüllt hatten, die zu ihrer Reiseausrüstung gehörten – denn es war ihnen bequemer, nach europäischer Art zu speisen –, »nun, schießen Sie los, Grunthe! Ich höre.«

Grunthe sah sich um, ob die Klappen des Fernsprechers geschlossen seien. Dann sagte er leise:

»Ich habe die Überzeugung, daß sich unser Schicksal heute entscheiden wird. Und nach allem, was ich aus den Gesprächen der Martier entnommen habe, insbesondere gestern bei der Rückfahrt, erwartet man, daß das Staatsschiff den Befehl mitbringen wird, uns nach dem Mars zu transportieren.«

»Ich glaube, Sie haben recht«, erwiderte Saltner. »Soweit ich mit La darüber gesprochen habe, sieht sie es als bestimmt an, daß wir beide mit nach dem Mars gehen, und wir werden wohl schließlich einfach dazu gezwungen werden.«

Grunthe sah starr geradeaus. Dann sprach er langsam: »Ich gehe nach Europa zurück.«

Seine Lippen zogen sich zu einer geraden Linie zusammen. Sein Entschluß war unabänderlich.

Saltner blickte ihn erstaunt an.

»Na«, sagte er, »ich gebe zu, daß wir alle Kräfte daranzusetzen haben, unsrer Instruktion nachzukommen, das heißt, nach Auffindung des Nordpols auf dem kürzesten Wege heimzukehren. Und wenn ich auch eine Reise nach dem Mars in schöner Gesellschaft nicht so übel fände, so habe ich doch einen gewissen Horror vor Balancierkünsten und insbesondere vor diesen furchtbar fetten Speisen – ich denke noch mit Entsetzen an die flüssige Butter oder was es war, das wir neulich zum Frühstück erhielten – und bei dem Klima bleibt einem ja nichts übrig, als früh, mittags und abends ein Pfund Fett zu verschlingen –«

Grunthe runzelte die Stirn.

»Ja, Ihnen tut das nichts, Sie wissen ja nie, was Sie essen –«, er klopfte ihn auf die Schulter. »Seien Sie nicht böse, ich kann es nur nicht leiden, wenn Sie dieses fürchterlich ernste Gesicht machen. Aber ohne Scherz, was ich sagen wollte, ist dies: Wie stellen Sie sich denn das vor, gegen den Willen der Martier von hier fort- oder woanders hinzukommen, als wo man Sie freundlichst hinkomplimentiert?«

»Der Gewalt muß ich weichen«, erwiderte Grunthe. »Aber verstehen Sie, nur der Gewalt. Ich werde mich ihr indessen zu entziehen suchen.«

»Denken Sie die Nume zu überlisten?«

»Ich würde selbst das versuchen, wenn sie wirklich Gewalt brauchten, denn ich würde dann meinen, mich im Zustand der Notwehr zu befinden. Aber nach alledem, was ich von ihnen weiß, glaube ich nicht, daß sie so unwürdig und barbarisch handeln. Sie werden nur keine Rücksicht auf uns nehmen und uns dadurch in die Lage versetzen, ihnen freiwillig auf den Mars zu folgen.«

»Wie meinen Sie das?«

»Ich habe mir überlegt, sie werden uns nicht mit Gewalt einschiffen; das wäre ein Bruch des Gastrechts. Aber sie werden uns nicht erlauben, länger auf der Insel zu bleiben, als bis dieselbe für die Wintersaison geräumt wird. Und das kann man ihnen nicht verdenken, wenn sie uns nicht im Winter hierlassen wollen, während die Wirte selbst bis auf ein paar Wächter das Haus verlassen. Und somit werden wir vor die Alternative gestellt werden, entweder mit nach dem Mars zu ziehen oder die Heimreise mit unzulänglichen Mitteln bei Beginn des Polarwinters und wahrscheinlich bei widrigen Winden anzutreten. Und das ist es, was ich Ihnen sagen wollte. Wir müssen auf diesen Fall vorbereitet sein und genau wissen, was wir wollen; und ich muß wissen, wie Sie darüber denken. Denn ich bin überzeugt, daß der heutige Tag nicht ohne Ultimatum vorübergeht.«

»Das ist eine kitzlige Sache, liebster Freund. Unter diesen Umständen könnte es sicherer sein, auf dem kleinen Umweg über den Mars nach Berlin oder Friedau zurückzukehren. Nehmen Sie an, wir kommen glücklich über das Eismeer und geraten nicht in einen der Ozeane, aber wir gelangen nach Labrador oder Alaska oder nach Sibirien oder sonst einer dieser lieblichen Sommerfrischen – wenn wir dann überhaupt wieder herauskommen, so ist doch vor dem Sommer an keine Heimkehr zu denken; und für den Sommer haben uns die Martier ja sowieso versprochen, uns wieder herzubringen.«

»Die Gefahren kann ich leider nicht leugnen, aber wir müssen sie auf uns nehmen. Es ist doch immer die Möglichkeit vorhanden, daß wir nach Hause kommen oder wenigstens bis zu einem Ort, von welchem aus wir Nachricht geben können. Und das scheint mir das Entscheidende. Wir dürfen nichts unterlassen, die Kunde von der Anwesenheit der Martier am Pol den Regierungen der Kulturstaaten zu übermitteln, ehe jene selbst in unsern Ländern eintreffen. Man muß in Europa wie in Amerika vorbereitet sein.«

Saltner nickte nachdenklich. »Wenn wir unsre Brieftauben noch hätten! Aber die armen Dinger sind alle ertrunken.«

»Sehen Sie«, fuhr Grunthe noch leiser fort, »ich fürchte, wir können die Sachlage nicht ernst genug nehmen. Wir haben eine wissenschaftliche Pflicht; in dieser Hinsicht könnte man vielleicht sagen, daß wir ein Recht hätten, die sicherste Heimkehr zu wählen, auch daß der Besuch des Mars eine so unerhörte Tat wäre, daß sie die Übertretung unserer Instruktion entschuldigen könnte, obwohl sie dies für mein Gewissen nicht tut. – Bitte, lassen Sie mich aussprechen. Wir haben aber nach meiner Überzeugung außerdem eine politische und kulturgeschichtliche Pflicht, wenn man so sagen darf, die uns zwingt, alles daranzusetzen, selbst den geringsten Umstand auszunutzen, der uns eine Chance bietet, der Ankunft der Martier zuvorzukommen. Wer garantiert Ihnen, was die Vereinigten Staaten des Mars beschließen, wenn sie erst im vollen Besitz der Nachrichten über die Erdbewohner sind? Und selbst, wenn sie uns Wort halten, durch welche unbekannten Einflüsse können sie uns nicht verhindern, das zu tun, was für die Menschen das Richtige wäre? Wenn wir erst zugleich mit ihnen in Europa ankommen, wenn die Regierungen überrascht werden, ist es vielleicht zu spät, die geeigneten Maßregeln zu treffen.«

»Ich hätte unsre Stellung nicht für so verantwortlich gehalten«, sagte Saltner.

»Und ich sage Ihnen«, sprach Grunthe weiter, »nach reif- licher Überlegung – Sie wissen, daß ich keine Phrasen mache – ist es mir klar geworden, daß, solange die Menschheit existiert, von dem Entschluß zweier Menschen noch niemals so viel abgehangen hat wie von dem unsrigen.«

Saltner fuhr in die Höhe. »Das ist ein großes Wort –«

»Ein ganz bescheidenes. Wir sind durch Zufall in die Lage versetzt worden, einen Funken zu entdecken, der vielleicht einen Weltbrand entfacht. Unsere Entscheidung gleicht nicht der des Machthabers, der über Völkerschicksale bestimmt, sondern der des Soldaten, der sein Leben aufs Spiel zu setzen hat, um eine wichtige Meldung zur rechten Zeit zu überbringen. Sie werden mir zugeben, daß es noch niemals für die zivilisierte Menschheit ein bedeutungsvolleres Ereignis gegeben hat, als es die Berührung mit den Bewohnern des Mars sein muß. Die Europäer haben so viele Völker niederer Zivilisation durch ihr Eindringen vernichtet, daß wir wohl wissen können, was für uns auf dem Spiel steht, wenn die Martier in Europa Fuß fassen.«

»So wollen Sie überhaupt verhindern, daß die Martier in Europa aufgenommen werden?«

»Wenn ich es könnte, würde ich es tun. Aber wir sind einfache Gelehrte, wir haben keine politischen Entscheidungen zu fällen. Und eben darum dürfen wir unter keinen Umständen auf eigene Faust den Martiern die Hand bieten, dürfen nicht mit ihnen zugleich nach Europa gelangen, sondern wir müssen versuchen, den Großmächten die Nachricht von dem Bevorstehenden so zeitig zu bringen, daß sie sich über ihr gemeinsames Vorgehen entschließen können, ehe die Luftschiffe der Martier über Berlin und Petersburg, über London, Paris und Washington schweben.«

»Um Gottes willen, Sie sehen die Sache zu tragisch an. Die paar hundert Martier werden uns nicht gleich zugrunde richten; und wenn sie uns gefährlich werden, ist es immer noch Zeit, sie wieder hinauszuwerfen. Aber es ist doch viel wahrscheinlicher, daß wir sie als Freunde aufnehmen und den unermeßlichen Vorteil ihrer überlegenen Kultur für uns ausbeuten.«

»Die Frage ist zu schwer, um sie jetzt zu diskutieren, und wir eben müssen dafür sorgen, daß sie an den entscheidenden Stellen zur rechten Zeit erwogen werden kann. Nur unterschätzen Sie ja nicht die Macht der Martier. Denken Sie an Cortez, an Pizarro, die mit einer Handvoll Abenteurer mächtige Staaten zerstörten. Und was will die Kultur der Spanier gegenüber den Mexikanern oder Peruanern bedeuten im Vergleich zu dem Fortschritt von Hunderttausenden von Jahren, durch welchen die Martier uns überlegen sind? Das eben ist meine größte Sorge, daß man diese Überlegenheit überall unterschätzen wird, wenn nicht wir, die wir das abarische Feld und die Raumschiffe gesehen haben, soviel an uns ist, darüber Aufklärung verbreiten.«

»Sehen Sie nicht zu schwarz, Grunthe?«

»Ich will es von Herzen hoffen. Aber das sage ich Ihnen als meine Überzeugung: Mit dem Augenblick, in welchem das erste Luftschiff der Martier über dem Lustgarten erscheint, ist das deutsche Reich ein Vasall, der von der Gnade der Martier, vielleicht von der Gnade irgendeines untergeordneten Kapitäns lebt, und so alle übrigen Staaten der Erde.«

»Daran habe ich noch nicht gedacht.«

»Was wollen Sie gegen diese Nume tun? Ich will gar nicht von ihrer moralischen Überlegenheit und ihrer höheren Intelligenz reden; durch diese werden sie wahrscheinlich Mittel finden, uns nach ihrem Willen zu lenken, ehe wir es merken. Denken Sie allein an ihre technische Übermacht.«

»Man wird ihnen ihre Luftschiffe, die übrigens noch gar nicht fertig sind, einfach mit Granaten entzweischießen, oder man wird sie auf der Erde, wo sie nur kriechen können, gefangennehmen.«

»Das kann vielleicht mit der ersten Abteilung geschehen, die zu uns kommt; aber der Mars hat doppelt soviel Bewohner als die ganze Erde. Das zweite Luftschiff würde uns vernichten. Lieber Saltner, Sie haben vorgestern gehört, was Jo von der Raumschiffahrt erzählte. Durch ihre Repulsitschüsse erteilen die Martier einer Masse, die auf der Erde zehn Millionen Kilogramm wiegt, Geschwindigkeiten von 30, 40, ja bis 100 Kilometern. Wissen Sie, was das heißt? Leute, die das können, werden aus Entfernungen, wohin kein irdisches Geschütz trägt, ganz Berlin in wenigen Minuten in Trümmer legen, falls sie dies wollen. Die Europäer können dann einmal erleben, was sie sonst an den Wohnstätten armer Wilden getan haben. Freilich werden die Martier zu edel dazu sein. Sie hätten es wohl auch nicht nötig. Sie können die Schwerkraft aufheben. Was nützt uns die größte, tapferste, glänzend geführte Armee, wenn auf einmal Bataillone, Schwadronen und Batterien zwanzig, dreißig Meter in die Luft fliegen und dann wieder herunterfallen? Ich weiß, ich werde die Regierungen nicht überzeugen, aber die Pflicht habe ich, unsre Erfahrungen mitzuteilen. Schon die Freundschaft der Martier halte ich für gefährlich, ihre Feindschaft für verderblich. Kommen sie vor oder mit uns zu den Menschen, so werden sie dieselben so für sich einnehmen, daß unsere Warnung, unsere Beschreibung ihrer Macht zu spät kommt. Deshalb ist mir der Entschluß gereift, daß unsere Abreise so bald wie möglich vor sich geht. Ich werde sofort zur Instandsetzung des Ballons schreiten.«

»Es versteht sich von selbst, daß ich Ihnen dabei helfe.«

»Das nehme ich natürlich an. Aber es ist eine andere Frage, Saltner – es ist vielleicht richtiger, daß ich allein zurückgehe, während Sie die Studien auf dem Mars fortsetzen.«

»Das ist unmöglich, allein können Sie nicht –«

»Doch, ich kann sogar besser allein zurück. Der Ballon ist kaum noch für zwei Personen tragfähig. Fahre ich allein, so kann ich mich auf viel längere Zeit verproviantieren, ich gewinne dadurch an Wahrscheinlichkeit, bis in bewohnte Gegenden zu gelangen. Beobachtungen will ich jetzt natürlich nicht mehr machen, also genügt eine Person vollständig zur Leitung des Ballons. Und andererseits ist es vielleicht von größter Wichtigkeit zu erfahren, was die Martier inzwischen vorgenommen haben –«

»Nein, Grunthe, ich kann und will mich nicht von Ihnen trennen.«

»Ich sage Ihnen, es wird das beste sein. Überlegen Sie sich die Sache. Und nun an die Arbeit.«

Sie räumten unter ihrem Gepäck auf.

Die Klappe des Fernsprechers erklang. Saltner wurde in das Sprechzimmer gerufen.

»Sehen Sie zu«, rief ihm Grunthe nach, »daß Sie unsern Ballon herausbekommen. Wie ich bemerkt habe, hat man ihn unter Verschluß gebracht, was auch ganz vernünftig war. Lassen Sie ihn auf das Inseldach hinaufschaffen.«

Saltner hatte gestern mit La nicht mehr ungestört sprechen können. Es war den ganzen Abend über viel Besuch im gemeinsamen Zimmer gewesen, man erwartete eine Nachricht über die Landung des Staatsschiffes. Doch hatte man sich trennen müssen, ehe eine solche eingelaufen war. Daß Se nicht mehr zum Vorschein gekommen war, hatte Saltner kaum bemerkt. Der Gedanke an La erfüllte ihn ganz, und dennoch sagte er sich selbst, daß er in seinem Liebesglück nur einen Traum sehen dürfe, dem jeden Augenblick ein unerwartetes Erwachen folgen könne. Aber warum nicht träumen?

Diesen Feen gegenüber konnte er, der ›arme Bat‹, gewiß kein Unglück anrichten, sie würden ihn aufwachen lassen, wann sie wollten. Doch wie hätte er ihnen widerstehen können?

Es war ihm wie eine Enttäuschung, daß er jetzt nicht La, sondern Se im Sprechzimmer vorfand. Sie begrüßte ihn mit derselben Liebenswürdigkeit und Vertraulichkeit wie gestern La, doch aber wieder anders, ihrem lebhafteren Wesen entsprechend. Und als er nach den ersten Minuten der Unterhaltung neben ihr saß, zog es ihn mit so unwiderstehlicher Macht zu ihr hin, daß er sein Gefühl gegen La gar nicht von dem gegen Se zu unterscheiden wußte. Nur einen neuen, eigentüm- lichen Reiz hatte es durch die Veränderung der Persönlichkeit gewonnen.

Wundersamerweise war es ihm nun gar nicht möglich, nach La zu fragen, und Se erwähnte ihrer mit keinem Wort. Aber er konnte es nicht unterlassen, ihr zu sagen, wie glücklich es ihn mache, neben ihr zu weilen, ihr ins Auge zu sehen und ihre Stimme hören zu dürfen.

Sie ließ ihn ausreden und antwortete dann mit einem hellen Lachen, das aber durchaus nichts Beleidigendes für ihn hatte.

»Das freut mich ja sehr«, sagte sie, »daß wir nun so gute Freunde geworden sind. Sie haben mir gleich von Anfang an gut gefallen. Es ist merkwürdig, ihr Menschen seid so ganz anders, und doch – oder vielleicht darum habt ihr etwas, wodurch man sich zu euch hingezogen fühlt.«

Saltner ergriff ihre Hand.

»Freilich kennt man euch auch noch zu wenig. Vielleicht verdient ihr gar nicht –«

»Ich hoffe, liebste Freundin, mich werden Sie immer bereit finden, ihnen zu dienen.«

»Daran zweifle ich gar nicht«, lachte Se, »man weiß nur nicht, ob Sie nicht einmal vergessen, daß wir Nume doch in vielem anders denken –«

»Es ist nicht schön, mich sogleich daran zu erinnern, daß ich armer Mensch es gewagt habe –«

»Sie verstehen mich nicht, Sal, wie könnt’ ich mich überheben wollen? Nur – doch das führt zu nichts, jetzt auseinanderzusetzen, was erst erfahren sein will. Ich bin ja auch zu ganz anderem Zweck hierhergekommen. Obwohl aus wirklicher Freundschaft«, setzte sie hinzu.

Jetzt erst fiel es Saltner wieder aufs Herz, vor welch wichtiger Entscheidung er stünde. Er wurde sehr ernst. Er wußte nicht, was er zuerst sagen sollte.

Se kam ihm zuvor.

»Sie wissen, daß der ›Glo‹ angekommen ist?« fragte sie.

»Ist er schon gelandet?«

»Diese Nacht. Er bringt wichtige Nachrichten für Sie mit. Und deshalb bin ich hierhergekommen.«

»Sie wollen mir einen Rat geben, liebe Se? Und Sie werden uns Ihre Hilfe nicht versagen?«

»Soweit ich darf. Amtlich habe ich nichts erfahren, sonst wäre ich nicht hier. Aber was jedermann bei uns weiß, darf ich auch Ihnen sagen. Machen Sie sich darauf gefaßt, daß Sie mit uns nach dem Nu reisen.«

Saltner schwieg nachdenklich.

»Ich habe so etwas erwartet«, sagte er dann. »Ich bin in einer fatalen Lage.«

»Sie machen ein erschrecklich böses Gesicht«, sagte Se, indem sie ihm mit ihrer Hand freundlich über die Stirn strich. »Ich weiß ja schon, daß Sie sehr gern mit uns kämen und doch Ihren Freund nicht verlassen wollen. Aber er wird auch mit uns kommen.«

»Das wird er nicht«, platzte Saltner heraus. »Das heißt«, fuhr er fort, »wenn Sie uns mit Gewalt zwingen –«

»Zwingen? Wie meinen Sie das?«

»Nun, Sie sind die Stärkeren. Sie können uns einfach als Gefangene auf Ihr Schiff bringen.«

»Können? Ich weiß nicht, ich verstehe Sie nicht recht, liebster Freund. Man kann doch immer nur das, was nicht Unrecht ist. Ihre Sprache ist so unklar. Sehen Sie diesen Griff? Sie sagen, ich kann ihn drehen, und meinen, ich habe die physische Möglichkeit dazu. Wenn ich aber drehe, so versinkt der Sessel unter Ihnen, und so kann ich ihn nicht drehen, das heißt, ich kann es nicht wollen. Diese moralische Möglichkeit oder Unmöglichkeit können Sie auch nicht anders ausdrücken. Könnte es denn bei Ihnen vorkommen, daß Sie Menschen aus dem Wasser erretten und ihnen dann das Leben nehmen? Und die Freiheit, ist das nicht noch schlimmer?«

»Ich weiß nicht«, sagte Saltner, »wie man bei uns verfahren würde, wenn Europäer auf einer Insel in einem fremden Weltteil, wo noch keine zivilisierte Macht Fuß gefaßt hat, ein reiches Goldlager entdeckten und, um dasselbe zu sichern, eine Befestigung anlegten; wenn dann Kundschafter der Eingeborenen in diese Befestigung gerieten – ich weiß nicht, ob wir uns nicht das Recht zuschreiben würden, diese Wilden um unserer eigenen Sicherheit willen an der Rückkehr zu verhindern. Das scheint mir ungefähr die Lage zwischen Ihnen und uns. Vielleicht würden wir auch sagen, wir schicken diese Leute wieder zurück, damit sie uns als Boten und Vermittler dienen; aber erst führen wir sie nach Europa, damit sie unsere ganze Machtfülle kennenlernen und ihren heimatlichen Häuptlingen sagen, daß diese unsern Kanonen nicht würden widerstehen können; und wir entlassen sie erst, wenn unsre Befestigungen soweit fertig sind, daß wir von dort aus die ganze Insel beherrschen und wir Herren der Lage sind.«

Se nickte ernsthaft. »Sie erkennen die Sachlage ganz richtig«, sagte sie. »Ich glaube, daß wir unser Verhältnis zu Ihnen in der Tat so auffassen, nur mit dem Unterschied, daß wir diese Kundschafter nicht gegen ihren Willen festhalten können.«

»Dann ist doch die Sache sehr einfach – wir reisen eben ab.«

»Nein, nein – so einfach ist das nicht. Ich weiß nur nicht, wie ich es Ihnen klarmachen soll. Sie verstehen unter ›Willen‹ allerlei Gemütskräfte, die bloß individuelle Triebe sind; diese können wir bezwingen, gegen diesen Willen können wir Sie festhalten. Zum Beispiel, ich binde Ihnen mit diesem Schleier wieder die Hände. Nun wollen Sie fort, weil Sie gern etwas Interessanteres tun möchten, als hier zu sitzen. Daran kann ich Sie verhindern.«

»Dazu brauchten Sie mich gar nicht zu binden.«

»Oder es entstände draußen ein Lärm, Sie erschrecken plötzlich, Ihre Sinne verwirren sich, und Sie wollen deshalb fort – daran hindert Sie dieser Knoten. Nun, wenn Sie in dieser Weise fort wollen, nur weil es Ihnen lieber ist, heimzukehren als auf den Mars zu gehen, dann wird man Sie hindern. Wenn aber nicht Ihr individueller Wille, sondern Ihr sittlicher Wille im Spiel ist, Ihre freie Selbstbestimmung als Persönlichkeit, oder wie Sie das nennen, was wir als Numenheit bezeichnen – dann gibt es keine Macht, die Sie hindern kann.

Sehen Sie, liebster Freund«, fuhr sie fort und löste den Knoten, den sie im Spiel geschlungen, »das wollte ich Ihnen sagen. Ihr Wille ist nichts gegen den unsern, nur das Motiv des Willens gilt. Gibt es eine gemeinsame Bestimmung der sitt- lichen Würde zwischen Numen und Menschen, so werden Sie Freiheit haben; gibt es für Menschen nur Motive der Lust, so werden Sie uns nie widerstehen. Ich weiß ja nicht, wie Ihr Bate im Grunde seid. Und noch dies. Glauben Sie niemals, Sal, daß ich an Ihrer Neigung zweifle, aber vergessen Sie nicht, daß ich eine Nume bin; Liebe darf niemals unfrei machen. Und daran denken Sie!«

»Ich will«, sagte Saltner. »Aber sehen Sie, das eben ist für uns Menschen das Schwere und dem einzelnen oft unmöglich, diese Trennung zu vollziehen, die Ihnen selbstverständlich ist. Unser Denken vermag nicht immer Neigung und Pflicht auseinanderzuhalten, oft erscheint die eine im Gewand der andern. Was darf ich um Ihretwillen tun, was bin ich Ihnen schuldig und was darf ich nicht mehr tun? Sie Glücklichen haben gelernt, wie Götter ins eigene Herz zu schauen, wir armen Menschen aber wenden uns in solchen Fällen an unser Gefühl. Wir nennen es zwar Gewissen, sittliches Gefühl, weil es das umfaßt, was uns allen als Menschen gemeinsam sein soll. Aber als Gefühl bleibt es doch immer so eng verwachsen mit dem Einzelgefühl, daß wir nur zu leicht für Pflicht halten, was im Grunde Neigung ist; und wenn nicht unsre Neigung, vielleicht die Neigung, die Gewohnheit unsres Stammes, unsrer Zeitgenossen. Und wir tun aus bester Absicht das Unrechte. Auch der Indianer folgt seinem Gewissen, wenn er den Feind skalpiert. Wir irren, weil wir blind sind.«

»Sie mischen schon wieder einen anderen Irrtum dazwischen, Sal. Nicht darauf kommt es an, ob wir das Richtige treffen, sondern darauf, ob wir aus den richtigen Motiven wollen. Wer das kann, besitzt Numenheit. Wenn der Indianer den Feind skalpiert, so wird er von der höheren Gesittung eines Besseren belehrt oder vernichtet. Aber dies trifft nur seinen Irrtum, nämlich die Folgen, die daraus in der Welt entstehen. Doch die Heiligkeit seines Willens bleibt unberührt, wenn er lieber zugrunde geht, als das aufgibt, was er für sittliche Pflicht hält. Sie brauchen also nicht darum zu sorgen, ob Sie bei Ihrer Entscheidung das Richtige treffen in dem, was Sie tun, sondern nur, ob Ihr Motiv rein ist in dem, was Sie wollen.«

»Das meinte ich ja; eben auch darin können wir uns täuschen. Se, ich muß Ihnen gegenüber ganz offen sein. Wir wollen, daß unsere Mitmenschen von dem Besuch der Martier nicht überrascht werden; diese Überraschung zu verhüten, halten wir für unsere Pflicht. Wir irren vielleicht darin, daß wir den Menschen damit zu nützen glauben; aber unser Motiv ist rein. Meinen Sie es nicht auch so?«

»Ganz richtig.«

»Aber damit ist es nicht entschieden, wie ich zu handeln habe. Und hier spielt unsere theoretische Unwissenheit in die ethische Frage hinein. Wenn nun zum Beispiel einer von uns allein den Erfolg leichter erreichte, hätten wir nicht die Pflicht uns zu trennen? Und wenn nicht, ist es nicht Pflicht, daß wir zusammenhalten auf alle Fälle? Wie also soll ich hier entscheiden, was meine Pflicht erfordert?«

»Aber Sal! Ich hatte mich schon gefreut, daß Sie auch so vernünftig reden können, und nun urteilen Sie wieder wie ein Wilder!«

»Sie sind grausam, Se!«

»Was reden Sie denn da von Pflicht? Das ist doch einzig eine Frage der Klugheit. Was Ihre Klugheit erfordert, das können Sie fragen. Die Pflichtfrage ist schon längst mit dem Willen entschieden, nur das Klügste hier zu tun. Die dürfen Sie gar nicht mehr in Betracht ziehen.«

»Wenn ich mit Ihnen nach dem Mars ginge und mein Freund allein nach Europa, und er verunglückte unterwegs, würde ich mir nicht immer Vorwürfe machen, daß ich nicht mit ihm gegangen bin? Würde man mich nicht pflichtvergessen nennen?«

»Was die Menschen tun würden, weiß ich nicht und geht mich auch nichts an. Sie aber können sich höchstens den Vorwurf machen, unklug gehandelt zu haben.«

»Also meinen Sie, ich müßte ihn begleiten?«

»Das habe ich nicht gesagt. Ich habe nur unter Ihrer Voraussetzung gesprochen, daß er mit Ihnen sicherer reise. Das ist aber doch erst zu untersuchen.«

»Was raten Sie mir?«

»Zunächst die Entscheidung der Martier abzuwarten. Sie wissen ja noch gar nicht, ob Ihnen die Mittel zur Abreise gewährt werden können. Erst wenn Sie diese Mittel kennen, vermögen Sie zu entscheiden, ob Ihre Begleitung entbehrlich ist. Und wenn sie entbehrlich ist, so würde ich mich sehr freuen, Sie mit zu uns zu nehmen.«

»Ich rechne auf Ihre Hilfe. Lassen sie unsern Ballon auf das innere Inseldach schaffen!«

»Das geht nicht, bevor Sie die Erlaubnis der Regierung haben –«

»Und die Ihrige würde ich erhalten? Ich meine, Sie würden mich nicht für unwürdig Ihrer Freundschaft halten, wenn ich Ihrem Wunsch nicht entspräche, nach dem Mars –«

»Was habe ich Ihnen gesagt, Saltner? Das wäre keine Liebe, die unfrei machte.«

»Se, wie glücklich machen Sie mich!« Saltner ergriff zärtlich ihre Hände.

»Jetzt sind Sie wieder der alte Saltner! Kaum ist die Angst von ihm genommen, ich könnte ihm böse werden, wenn er etwas Vernünftiges tut, so ist er wieder seelenvergnügt. Und ich habe wirklich geglaubt, Sie wären so ernsthaft, weil es sich um Ihre Pflicht handelt –«

»Das ist nicht Ihr Ernst, Se, Sie kennen mich besser!«

»Gar nicht kennt man euch Menschen! Wozu denn überhaupt erst traurig? Was wollen Sie übrigens über dem Strich?«

»Sehen Sie, Se, Sie sind auch nicht vollkommen – ich meine, nicht so absolut vollkommen –«

»Ich begreife!«

»Sie haben gar nicht gemerkt, daß ich schon eine Viertelstunde lang neben Ihnen sitze – ich habe gestern das Balancieren gründlich gelernt.«

»Ach, gestern! Bei La?«

»Ja, sagen Sie, was ist das? Wo ist sie heute? Wo waren Sie gestern? Was ist das mit dem Spiel, von dem Sie sprachen? Ich bitte Sie, Se –«

Aber seine weiteren Fragen wurden abgeschnitten. Ra, der Leiter der Station, trat in das Zimmer. Er hatte eine amtliche Mitteilung zu machen. Der Regierungskommissar, welcher mit dem ›Glo‹ angekommen war, ließ Grunthe und Saltner zu einer offiziellen Konferenz bitten, um drei Uhr. Er würde sich vorher beehren, den Herrn seine private Aufwartung zu machen.

Saltner erklärte sich natürlich bereit. Er werde sofort seinen Freund benachrichtigen. Schnell verabschiedete er sich von Ra und Se.

»Ein ganz ehrliches Spiel!« flüsterte Se ihm zu, als sie ihm die Hand zum Abschied reichte. »Und nun Kopf oben! Einschüchtern brauchen Sie sich nicht zu lassen!«

Eilig teilte Saltner das Wesentlichste aus seiner Unterredung mit Se Grunthe mit und benachrichtigte ihn von dem bevorstehenden Besuch.

Kaum hatte Grunthe Zeit gefunden, seine Toilette einigermaßen in Ordnung zu bringen, als auch die Deutschen schon gebeten wurden, sich im Empfangszimmer einzufinden. Fast gleichzeitig mit ihnen trat der Kommissar, von Ra geleitet, ein.

Seine Persönlichkeit machte auf Grunthe und Saltner einen tiefen Eindruck. Er war größer als alle Martier, die sie bisher gesehen hatten, und überragte sogar um ein weniges noch die lange Gestalt Grunthes. Ein stattlicher weißer Bart gab ihm ein ehrwürdiges Aussehen. Seiner Haltung und seinem Blick war zu entnehmen, daß man es mit einem vornehmen Mann zu tun hatte, der gewohnt war, sowohl zu repräsentieren als zu dirigieren. Aber aus seinen großen dunklen Augen sprach ein Vertrauen erweckendes Wohlwollen, man war überzeugt, daß dieser Mann bei seinen Anordnungen niemals an sich selbst dachte, sondern nur an das Wohl derer, die er zu vertreten hatte.

Ill, dies war sein Name, zeigte sich bis in alle Einzelheiten über die bisherigen Vorgänge auf der Insel unterrichtet. Er bat um Entschuldigung, daß er sich seiner Muttersprache bedienen müsse und erkundigte sich in der liebenswürdigsten Weise nach dem persönlichen Wohlergehen der Gäste. Insbesondere sprach er in warmen Worten sein Bedauern über das Verschwinden des Leiters der Expedition aus. Es schien ihm unbegreiflich, daß man keine weiteren Spuren von Torm gefunden habe, und er meinte, daß das Binnenmeer und womöglich seine Umgebung noch einmal genauer durchsucht werden müsse. Er kam dann auf die Methode zu sprechen, wie sich die Deutschen das Martische angeeignet hätten, und nun flocht er einige sehr interessierte Fragen nach Ell ein, wie alt er sei, woher er stamme, wie Grunthe ihn kennengelernt habe, wo er jetzt lebe.

Grunthe antwortete ausführlich, soweit er vermochte. Ell mochte etwa gleichaltrig mit ihm sein, einige dreißig Jahre. Er sei in Südaustralien geboren, wo Ells Vater große Besitzungen gehabt habe. Seine Mutter sei eine in Australien eingewanderte Deutsche gewesen. Nach dem Tod der Eltern habe sich Ell nach Deutschland begeben, um seine Studien, die sich hauptsächlich auf Astronomie und technische Fächer bezogen, fortzusetzen. Damals, vor etwa zehn Jahren, habe ihn Grunthe in Berlin kennengelernt und viel mit ihm verkehrt, obwohl Ell stets ein fremdartiges und zurückhaltendes Wesen eigen war. Kurze Zeit darauf war Ell plötzlich verschwunden, man hörte nichts von ihm und nahm an, er sei in seine australische Heimat zurückgekehrt. So verhielt es sich auch. Seit etwa vier Jahren war Ell wieder in Deutschland erschienen. Er hatte sein jedenfalls bedeutendes Vermögen flüssig gemacht und sich in Mitteldeutschland eine Privatsternwarte erbaut, auf der er sich mit Vorliebe Marsbeobachtungen widmete. Hier hatte Grunthe eine Zeitlang bei ihm gearbeitet und bei dieser Gelegenheit Torm kennengelernt. Ell war es gewesen, der durch eine großartige Geldspende die Errichtung der Abteilung für wissenschaftliche Luftschiffahrt ermöglicht und Torm an ihre Spitze gezogen hatte. Der Sitz derselben war Friedau, eine mitteldeutsche Residenz, die durch ihre wissenschaftlichen Institute berühmt ist.

Nachdem sich Ill noch die Lage von Friedau und die der Privatsternwarte Ells genau hatte beschreiben lassen, brach er das Gespräch ab. irgendwelche Fragen nach den bevorstehenden Ereignissen wurden nicht berührt, und Ill verabschiedete sich bald mit dem Wunsch, daß die Verhandlungen, zu denen er die Herren erwartete, zur beiderseitigen Befriedigung verlaufen möchten.

Nach dem Fortgang der Martier zogen sich Grunthe und Saltner in ihre Zimmer zurück und besprachen noch einmal die Sachlage; Grunthe brachte ihre Ansichten zu Papier. Beide aber sahen jetzt der Verhandlung mit besserer Zuversicht entgegen.


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